Magazin · Grundlagen

Verpackungsarten im Überblick: Verkaufs-, Um- und Transportverpackung, Kartonsorten und Größen

Verpackungsarten im Überblick: Verkaufs-, Um- und Transportverpackung, Materialgruppen, Kartonsorten und Kartongrößen.

Von Dominic Grimm, Geschäftsführer · Veröffentlicht · Aktualisiert · 8 Min. Lesezeit

Grafik: Verkaufsverpackung, Umverpackung und Transportverpackung ineinander

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Verpackungsarten: Verkaufsverpackung, Umverpackung und Transportverpackung.
  • Die Umverpackung fasst mehrere Verkaufseinheiten zusammen, die Verkaufsverpackung umschließt das einzelne Produkt.
  • Nach Material unterscheidet man Papier, Pappe und Karton, Kunststoff, Glas, Metall, Holz und Verbunde.
  • Bei Kartons gibt es Vollpappe und Wellpappe, Wellpappe ein-, zwei- oder dreiwellig nach Last.
  • Gängige Maße folgen dem Modul 600 × 400 mm, Kartons nach Maß passen sich dem Produkt an.

Kurz erklärt

Das Verpackungsrecht unterscheidet drei Verpackungsarten: Verkaufsverpackung (umschließt das Produkt), Umverpackung (fasst Verkaufseinheiten zusammen) und Transportverpackung (schützt die Ware beim Transport). Dazu kommen Materialgruppen wie Papier, Pappe, Karton, Kunststoff, Glas, Metall und Holz. Bei Kartons unterscheidet man Vollpappe und Wellpappe in ein-, zwei- und dreiwelliger Qualität.

Welche drei Verpackungsarten gibt es?

Die Einordnung hat rechtliche Folgen: Für Verkaufsverpackungen, die beim Endverbraucher anfallen, gilt die Systembeteiligung, für Transportverpackungen im B2B-Bereich die Rücknahme. Versandkartons im Online-Handel zählen ausdrücklich zu den systembeteiligungspflichtigen Verpackungen. Das ist keine Rechtsberatung, Details finden Sie im Rechtsratgeber.

VerpackungsartAufgabeBeispiel
Verkaufsverpackung (Primärverpackung)Umschließt das Produkt und gelangt mit ihm zum EndkundenFaltschachtel um ein Produkt, Versandkarton im Online-Handel
Umverpackung (Sekundärverpackung)Fasst mehrere Verkaufseinheiten zusammen oder dient der PräsentationKarton, der mehrere Produktschachteln bündelt
Transportverpackung (Tertiärverpackung)Schützt Ware beim Transport und in der LogistikUmkarton auf der Palette, Zwischenlagen, Industriekarton

Unterschied zwischen Verpackung und Umverpackung

Die Verpackung umschließt das Produkt selbst. Eine Umverpackung kommt zusätzlich außen herum: Sie bündelt mehrere verpackte Einheiten, dient der Präsentation oder dem Diebstahlschutz und lässt sich meist entfernen, ohne dass das Produkt seine Hülle verliert. Wird ein Karton nur zum Transport eingesetzt, spricht man von einer Transportverpackung.

Verpackungsgruppen nach Material

MaterialgruppeBeispiele
Papier, Pappe, KartonWellpappe-Kartons, Faltschachteln, Zuschnitte, Papiertüten
KunststoffFolien, Beutel, Flaschen, Schalen
GlasFlaschen, Gläser
MetallDosen, Kanister, Deckel
HolzPaletten, Kisten, Kisten für den Export
VerbundstoffeGetränkekartons, beschichtete Materialien

Kartonsorten: Vollpappe und Well­pappe

Mehr zu Wellenarten und Qualitäten finden Sie im Ratgeber zu Wellpappe.

SorteAufbauTypischer Einsatz
VollpappeGlatte Pappe ohne WelleFaltschachteln für leichte Konsumgüter, Einlagen
Wellpappe 1-welligZwei Deckenpapiere mit einer gewellten LageLeichte bis mittlere Güter, Versand und Lager
Wellpappe 2-welligZwei Wellenlagen, etwa BCMittelschwere Güter, höhere Stapelung
Wellpappe 3-welligDrei WellenlagenSchwere Industriegüter, Export, Ersatz für Holzkisten

Kartongrößen und Standardmaße

Es gibt kein einheitliches Kartonmaß, sondern Systeme: Für die Logistik gilt das Modul 600 × 400 mm (ISO 3394), aus dem sich Kartonmaße wie 600 × 400, 400 × 300 oder 300 × 200 mm ableiten und die Europalette (1200 × 800 mm) ohne Luft belegen. Für die Packstation gilt: Ein Karton bis 60 × 35 × 35 cm Außenmaß und 20 kg passt in fast jede Station. Kartons nach Maß richten sich dagegen nach dem Produkt.

Ein A3-Karton nimmt ein Blatt im Format DIN A3 auf. Das Innenmaß muss dafür mindestens 297 × 420 mm betragen, plus Zugabe für Polster und Einleger.

Beispiele für Verpackungen aus Well­pappe

  • Faltkarton FEFCO 0201: der Standardkarton für Versand und Lager.
  • Steckdeckel-Verpackung FEFCO 0427: Versandverpackung ohne Klebeband.
  • Deckelschachtel (Stülpdeckel): zwei Teile, Unterteil und Deckel.
  • Zuschnitt FEFCO 0110: Zwischenlage, Polster oder Abdeckung.
  • 3-welliger Karton: für schwere Güter und Export.

Zeichnung, Skizze oder Foto hochladen

Laden Sie Ihre Unterlagen hoch – wir ermitteln die passende Verpackung und senden Ihnen ein unverbindliches Angebot.

PDF, DXF, DWG, STEP, JPG, PNG u. a. Angebot innerhalb von 24 Stunden (werktags)

Passende Verpackung gesucht?

Häufige Fragen

Welche drei Verpackungsarten gibt es?

Verkaufsverpackung (umschließt das Produkt), Umverpackung (fasst mehrere Verkaufseinheiten zusammen) und Transportverpackung (schützt die Ware beim Transport). Auch Primär-, Sekundär- und Tertiärverpackung genannt.

Was ist der Unterschied zwischen Verpackung und Umverpackung?

Die Verpackung umschließt das Produkt selbst, die Umverpackung kommt zusätzlich außen herum, bündelt mehrere Einheiten oder dient der Präsentation und lässt sich meist entfernen.

Welche Verpackungsgruppen gibt es?

Nach Material unterscheidet man Papier, Pappe und Karton, Kunststoff, Glas, Metall, Holz und Verbundstoffe. Wellpappe gehört zur Gruppe Papier, Pappe und Karton.

Welche Kartonsorten gibt es?

Vollpappe ohne Welle und Wellpappe in ein-, zwei- und dreiwelliger Qualität. Mit der Anzahl der Wellenlagen steigen Tragkraft und Stabilität.

Welche Kartongrößen und Standardmaße gibt es?

Standardmaße folgen oft dem Modul 600 × 400 mm für die Palette, etwa 600 × 400, 400 × 300 oder 300 × 200 mm. Für die Packstation passen Kartons bis 60 × 35 × 35 cm. Kartons nach Maß passen sich dem Produkt an.

Was ist der Unterschied von Pappe und Karton?

Der Unterschied liegt vor allem im Flächengewicht: Üblich gilt Papier bis etwa 150 g/m², Karton von etwa 150 bis 600 g/m² und Pappe ab etwa 600 g/m². Die Grenzen sind Konvention und nicht überall einheitlich. Pappe ist dicker und steifer, Karton leichter und gut bedruckbar.

Was ist dicker, Pappe oder Karton?

In der Regel die Pappe. Sie hat ein höheres Flächengewicht (ab etwa 600 g/m²) und ist steifer als Karton (etwa 150 bis 600 g/m²). Wellpappe ist ein eigener Aufbau aus Deckenpapieren und gewellter Lage und wird nach Wellenart und Anzahl der Wellen unterschieden.

Welche Arten von Pappe gibt es?

Vollpappe (auch Graupappe oder Massivpappe), Wellpappe aus Deckenpapieren und gewellter Lage und Wabenpappe mit Papierwaben zwischen Decklagen. Für Versand- und Industrieverpackungen wird meist Wellpappe in ein-, zwei- oder dreiwelliger Qualität eingesetzt.

Was für ein Material ist Karton?

Ein Faserstoff aus Zellstoff oder Altpapier, der zu Bahnen gepresst wird. Wellpappe besteht aus Deckenpapieren und einem gewellten Papier. Kraftliner wird überwiegend aus Frischfaser hergestellt, Testliner überwiegend aus Altpapier.

Was ist der Unterschied zwischen Karton und Schachtel?

Karton bezeichnet das Material oder einen größeren Versand- und Umkarton, Schachtel meist eine kleinere Verpackungsform, oft eine Faltschachtel für ein einzelnes Produkt. Im Alltag überschneiden sich die Begriffe.

Warum muss man Papier und Karton trennen?

Altpapier lässt sich nur dann gut recyceln, wenn es sortenrein ist. Folien, Klebeband, Styropor und Verschmutzungen stören den Faserstoffkreislauf. Wellpappe erreicht laut VDW eine Recyclingquote von 95,3 Prozent, die Fasern überstehen mehr als 20 Recyclingzyklen.

Was ist ein A3-Karton?

Ein Karton, in den ein Blatt im Format DIN A3 (297 × 420 mm) passt. Das Innenmaß muss mindestens 297 × 420 mm betragen, plus Zugabe für Polster und Einleger.

Ihre Frage ist nicht dabei?

Wir beraten Sie persönlich – Antwort in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

Quellen

Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Die Einordnung von Verpackungen nach dem VerpackDG hängt vom Einzelfall ab.

Weitere Magazin-Beiträge

Kostenfrei & unverbindlich beraten lassen