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Kartons nach DIN 55468: Qualität richtig lesen, wählen und anfragen

Kartons nach DIN 55468: was Angaben wie 1.30C oder 2.30BC bedeuten, welche Mindestwerte dahinterstehen, wie Sie die passende Qualität wählen und Angebote sauber vergleichen.

Von Dominic Grimm, Geschäftsführer · Veröffentlicht · Aktualisiert · 7 Min. Lesezeit

Grafik: Qualitätsangabe 2.30 BC nach DIN 55468-1 mit den Mindestwerten 7,0 kN/m Kantenstauchwiderstand, 6,0 J Durchstoßarbeit oder 1.000 kPa Berstfestigkeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Die DIN 55468-1 legt für die Wellpappe eines Kartons Sorten mit Mindestfestigkeiten fest, Bauart und Maße regelt sie nicht.
  • Die Sorte 1.30 verlangt mindestens 4,5 kN/m Kantenstauchwiderstand, die Sorte 2.30 mindestens 7,0 kN/m.
  • Vollständig ist eine Kartonangabe erst mit Bauart, Innenmaß, Sorte und Welle, zum Beispiel FEFCO 0201, 400 × 300 × 200 mm, 2.30BC.
  • Im Kartonpreisrechner von Lechpack wählen Sie zwischen 1-, 2- und 3-welliger Qualität, eine bestimmte Sorte nennen Sie in der Anfrage.
  • Die Sorte ist ein Mindestwert für die Wellpappe, die Tragfähigkeit des fertigen Kartons hängt zusätzlich von Format, Klima und Lagerdauer ab.

Kurz erklärt

Bei Kartons beschreibt die DIN 55468-1 die Qualität der Wellpappe, nicht Bauart oder Maße. Eine Angabe wie 2.30BC nennt die Sorte und die Welle. Hinter jeder Sorte stehen Mindestwerte für Kantenstauchwiderstand (ECT), Durchstoßarbeit und Berstfestigkeit. Wer Kartons anfragt oder Angebote vergleicht, nennt deshalb immer Sorte, Wellenart, Bauart und Innenmaß zusammen.

Was die DIN 55468 bei Kartons regelt

Die DIN 55468-1 trägt den Titel „Packstoffe – Wellpappe – Teil 1: Anforderungen, Prüfung“, aktuell ist die Ausgabe 2021-01. Sie ist eine Norm für den Packstoff, also für die Wellpappe, aus der ein Karton gefertigt wird. Die Norm teilt Wellpappe in Sorten ein und gibt für jede Sorte Mindestwerte vor, die der Hersteller einhalten muss.

Ein Karton nach DIN 55468 ist deshalb ein Karton, dessen Wellpappe einer dieser Sorten entspricht. Über die Form sagt die Norm nichts: Die Bauart beschreibt der FEFCO-Code, die Größe das Innenmaß in Länge × Breite × Höhe. Erst alle Angaben zusammen beschreiben einen Karton eindeutig.

  • DIN 55468-1 regelt: Sorte der Wellpappe mit Mindestwerten für Kantenstauchwiderstand, Durchstoßarbeit und Berstfestigkeit
  • Nicht in der Sortentabelle: Bauart des Kartons, Maße, Druck und die Tragfähigkeit des fertigen Kartons

So lesen Sie die Qualitätsangabe eines Kartons

In Angeboten, Auftragsbestätigungen und Zeichnungen steht die Qualität meist als kurze Kombination aus Zahl und Buchstaben, zum Beispiel 1.30C oder 2.30BC. Die Zahl ist die Sorte nach DIN 55468-1, die Buchstaben nennen die Welle.

  • Erste Ziffer: 1 steht für einwellige, 2 für mehrwellige Wellpappe
  • Ziffern nach dem Punkt: die Festigkeitsstufe, je höher die Zahl, desto höher die Mindestwerte
  • Buchstaben: die Wellenart, etwa B, C oder die Kombination BC
  • Beispiel 2.30BC: mehrwellige Wellpappe der Sorte 2.30 aus B- und C-Welle

Wichtige Sorten für Kartons und ihre Mindestwerte

Bei diesen Sorten muss der Kantenstauchwiderstand immer erreicht werden, dazu entweder die Durchstoßarbeit oder die Berstfestigkeit. Für einwellige Wellpappe mit B-Welle reduzieren sich die Werte der Sorte um 10 %. Die vollständige Tabelle bis zur Sorte 2.96 finden Sie im Ratgeber zu den Wellpappe-Qualitäten.

Eine eigene Reihe für dreiwellige Wellpappe gibt es in der Norm nicht. Sie zählt zu den mehrwelligen Sorten und beginnt deshalb ebenfalls mit einer 2.

Auswahl der Mindestwerte nach DIN 55468-1:2021, Quelle: VDW-Sortentabelle 2021
SorteAufbauECTDurchstoßarbeitBerstfestigkeit
1.10einwellig3,5 kN/m2,5 J540 kPa
1.20einwellig4,0 kN/m3,0 J770 kPa
1.30einwellig4,5 kN/m3,5 J1.000 kPa
1.40einwellig5,5 kN/m4,0 J1.200 kPa
2.20mehrwellig6,5 kN/m5,5 J770 kPa
2.30mehrwellig7,0 kN/m6,0 J1.000 kPa
2.40mehrwellig8,0 kN/m6,5 J1.200 kPa
2.50mehrwellig8,5 kN/m7,5 J1.450 kPa

Sorten 1.01 bis 1.05 und 2.02 bis 2.06: nur der ECT zählt

Neben den bekannten Sorten enthält die Sortentabelle eine zweite Reihe, bei der allein der Kantenstauchwiderstand festgelegt ist. Für Durchstoßarbeit und Berstfestigkeit gibt es bei diesen Sorten keine Vorgabe. Sie passen zu Kartons, bei denen es vor allem auf die Stapelfestigkeit ankommt.

ECT-Sorten nach DIN 55468-1:2021, Quelle: VDW-Sortentabelle 2021
Sorte einwelligECTSorte mehrwelligECT
1.013,5 kN/m2.026,5 kN/m
1.024,0 kN/m2.037,0 kN/m
1.034,5 kN/m2.047,5 kN/m
1.045,5 kN/m2.058,5 kN/m
1.056,5 kN/m2.069,0 kN/m

Wie genau müssen die Werte eingehalten werden?

Die Werte der Sortentabelle sind Sollwerte. Die Mittelwerte der einzelnen Prüfungen dürfen sie nur wenig unterschreiten: den Kantenstauchwiderstand um höchstens 5,0 %, die Durchstoßarbeit um höchstens 6,0 % und die Berstfestigkeit um höchstens 7,5 %.

Ein Beispiel: Für die Sorte 2.30 liegt der Sollwert des Kantenstauchwiderstands bei 7,0 kN/m. Der Mittelwert einer Prüfung muss damit mindestens 6,65 kN/m erreichen. Geprüft wird im Normklima bei 23 °C und 50 % relativer Luftfeuchte, weil die Festigkeit von Wellpappe stark vom Feuchtegehalt abhängt.

Die Festigkeitswerte gelten nicht für Wellpappen, die nur aus den feinen Wellen D, E, F oder G bestehen. Ein Karton aus reiner E-Welle lässt sich also nicht über die Sortentabelle einordnen.

Welche Qualität braucht mein Karton?

Die erste Entscheidung ist der Aufbau. Als Richtwert eignet sich 1-wellige Wellpappe für Inhalte bis etwa 10 kg, 2-wellige bis etwa 30 kg und 3-wellige für schwerere Güter. Die Sorte innerhalb des Aufbaus richtet sich danach, was der Karton unterwegs und im Lager aushalten muss.

Für gestapelte Kartons ist der Kantenstauchwiderstand der wichtigste Wert. Mit dem ECT der Sorte, dem Format und der Wanddicke lässt sich abschätzen, wie viel Last ein Karton im Stapel trägt. Dafür gibt es auf unserer Website den Stapelrechner. Wird ein Karton einzeln verschickt und häufig umgeschlagen, zählen Durchstoßarbeit und Berstfestigkeit stärker.

Eine höhere Sorte bedeutet mehr Material und damit einen höheren Preis. Ziel ist deshalb eine Qualität, die so stabil wie nötig und so leicht wie möglich ist.

  • Gewicht des Inhalts und Art der Ware: trägt sie mit oder muss der Karton die Last allein aufnehmen?
  • Stapelhöhe und Lagerdauer, auch auf der Palette
  • Klima: hohe Luftfeuchte senkt die Festigkeit von Wellpappe
  • Transportweg: Paketversand mit vielen Umschlägen oder Palettenversand

DIN 55468 in Anfrage und Angebot

Wer Kartons anfragt, bekommt nur dann vergleichbare Angebote, wenn alle Anbieter dieselbe Qualität kalkulieren. Angaben wie „stabiler Karton“ oder nur „2-wellig“ lassen Spielraum, die Sorte nach DIN 55468-1 nicht.

Achten Sie beim Vergleich auch auf die Normausgabe. Im Umlauf sind noch Tabellen älterer Ausgaben mit höheren Berstwerten, etwa 850 kPa für die Sorte 1.20. Seit der Überarbeitung 2014 gelten die Werte der Tabelle oben.

Bei Lechpack wählen Sie im Kartonpreisrechner zwischen 1-, 2- und 3-welliger Qualität und sehen sofort einen Richtpreis. Schreibt Ihr Kunde oder Ihre Spezifikation eine bestimmte Sorte vor, nennen Sie diese in der Anfrage. Anfragen beantworten wir werktags innerhalb von 24 Stunden mit einem verbindlichen Angebot. Eine Mindestbestellmenge gibt es nicht, nur bedruckte Kartons haben eine Mindestmenge.

  • Bauart nach FEFCO-Code, zum Beispiel FEFCO 0201
  • Innenmaß in Länge × Breite × Höhe in Millimetern
  • Sorte und Welle, zum Beispiel 2.30BC, oder das Gewicht des Inhalts und die geplante Stapelhöhe
  • Menge und gewünschter Liefertermin

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Was die Sorte nicht aussagt

Die Sorte beschreibt die Wellpappe als flaches Material. Wie viel ein fertiger Karton trägt, hängt zusätzlich von seinem Format, der Bauart, der Verarbeitung und den Bedingungen im Lager ab. Zwei Kartons aus derselben Sorte können im Stapel sehr unterschiedlich belastbar sein, wenn der eine klein und der andere groß ist.

Auch die Wanddicke steht nicht in der Sorte. Sie ergibt sich aus der Welle: Eine BC-Welle ist rund 7 mm stark, eine B-Welle rund 3 mm. Für das Außenmaß und die Palettierung ist diese Angabe genauso wichtig wie die Sorte.

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Häufige Fragen

Was bedeutet DIN 55468 bei Kartons?

Die DIN 55468-1 ist die Norm für Wellpappe als Packstoff. Sie teilt die Wellpappe, aus der ein Karton besteht, in Sorten wie 1.30 oder 2.30 ein und legt für jede Sorte Mindestwerte für Kantenstauchwiderstand, Durchstoßarbeit und Berstfestigkeit fest. Bauart und Maße des Kartons regelt sie nicht.

Was bedeutet die Angabe 2.30BC bei einem Karton?

Der Karton besteht aus mehrwelliger Wellpappe der Sorte 2.30 nach DIN 55468-1 mit einer B- und einer C-Welle. Die Sorte 2.30 verlangt mindestens 7,0 kN/m Kantenstauchwiderstand und dazu 6,0 J Durchstoßarbeit oder 1.000 kPa Berstfestigkeit.

Welche Wellpappe-Sorte brauche ich für einen Karton mit 20 kg Inhalt?

Als Richtwert eignet sich für 20 kg Inhalt ein 2-welliger Karton, also eine Sorte, die mit 2 beginnt. Welche Stufe passt, hängt von Stapelhöhe, Lagerdauer, Klima und Transportweg ab. Die Belastung im Stapel lässt sich mit dem ECT-Wert der Sorte abschätzen.

Ist ein Karton der Sorte 2.30 stabiler als einer der Sorte 1.30?

Ja, bei Stapeldruck und Stößen. Die Sorte 2.30 verlangt 7,0 kN/m Kantenstauchwiderstand und 6,0 J Durchstoßarbeit, die Sorte 1.30 nur 4,5 kN/m und 3,5 J. Die Berstfestigkeit ist mit 1.000 kPa bei beiden Sorten gleich.

Dürfen die Mindestwerte der DIN 55468-1 unterschritten werden?

Nur in engen Grenzen. Die Mittelwerte der Prüfungen dürfen den Sollwert des Kantenstauchwiderstands um höchstens 5,0 %, der Durchstoßarbeit um höchstens 6,0 % und der Berstfestigkeit um höchstens 7,5 % unterschreiten.

Gilt die DIN 55468 auch für Kartons aus E-Welle?

Die Festigkeitswerte der Sortentabelle gelten nicht für Wellpappen, die nur aus den Wellen D, E, F oder G bestehen. Ein Karton aus reiner E-Welle lässt sich deshalb nicht über eine Sorte einordnen. Für Kombinationen wie die EB-Welle gilt die Tabelle.

Muss ich für ein Angebot eine DIN-Sorte angeben?

Nein. Für einen Richtpreis genügt im Kartonpreisrechner die Wahl zwischen 1-, 2- und 3-welliger Qualität. Schreibt Ihr Kunde eine bestimmte Sorte vor, nennen Sie diese in der Anfrage, dazu Bauart, Innenmaß und Menge.

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Quellen

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