Kurz erklärt
Die DIN 55468-1 (aktuelle Ausgabe 2021) teilt Wellpappe in Sorten ein. Die erste Ziffer steht für einwellig (1.xx) oder mehrwellig (2.xx), die Nachkommastellen für die Festigkeitsstufe, der Buchstabe für die Welle. Jede Sorte hat Mindestwerte für Berstfestigkeit, Durchstoßarbeit und Kantenstauchwiderstand (ECT).
So lesen Sie die Sortenbezeichnung
Für einwellige Wellpappe mit B-Welle gelten laut Norm um 10 % reduzierte Werte. Für Pappen nur aus D-, E-, F- oder G-Welle gelten die Festigkeitswerte nicht.
- 1.xx = einwellige Wellpappe, 2.xx = mehrwellige Wellpappe
- Die Ziffern danach geben die Festigkeitsstufe an – je höher, desto fester
- Der Buchstabe nennt die Welle, z. B. 1.20B = Sorte 1.20 mit B-Welle, 2.30BC = zweiwellig aus B- und C-Welle
Einwellige Sorten
| Sorte | Berstfestigkeit | Durchstoßarbeit | ECT |
|---|---|---|---|
| 1.10 | 540 kPa | 2,5 J | 3,5 kN/m |
| 1.20 | 770 kPa | 3,0 J | 4,0 kN/m |
| 1.30 | 1000 kPa | 3,5 J | 4,5 kN/m |
| 1.40 | 1200 kPa | 4,0 J | 5,5 kN/m |
| 1.50 | 1450 kPa | 4,5 J | 6,5 kN/m |
Mehrwellige Sorten
Für die Sorten 1.10 bis 2.70 gilt: ECT und Durchstoßarbeit oder Berstfestigkeit müssen erfüllt sein. Die Norm kennt keine eigene Reihe für dreiwellige Wellpappe – sie fällt unter die mehrwelligen Sorten.
| Sorte | Berstfestigkeit | Durchstoßarbeit | ECT |
|---|---|---|---|
| 2.20 | 770 kPa | 5,5 J | 6,5 kN/m |
| 2.30 | 1000 kPa | 6,0 J | 7,0 kN/m |
| 2.40 | 1200 kPa | 6,5 J | 8,0 kN/m |
| 2.50 | 1450 kPa | 7,5 J | 8,5 kN/m |
| 2.60 | 1650 kPa | 8,5 J | 9,0 kN/m |
| 2.70 | 2000 kPa | 9,5 J | 9,5 kN/m |
| 2.80 | – | 11 J | 12 kN/m |
| 2.90 | – | 13 J | 14 kN/m |
| 2.91 | – | 16 J | 16 kN/m |
| 2.92 | – | 21 J | 18 kN/m |
| 2.95 | – | 24 J | 21 kN/m |
| 2.96 | – | 27 J | 24 kN/m |
Was die Kennwerte aussagen
ECT-Werte sind nur innerhalb derselben Wellenart sinnvoll vergleichbar. Mit dem ECT lässt sich die Stapelfestigkeit eines Kartons abschätzen – probieren Sie dazu unseren Stapelrechner aus.
- Berstfestigkeit (kPa): Widerstand gegen punktuellen Druck von innen oder außen
- Durchstoßarbeit (J): Energie, die nötig ist, um die Pappe zu durchstoßen
- Kantenstauchwiderstand ECT (kN/m): Druckfestigkeit hochkant – Grundlage für die Stapelfestigkeit
Achtung bei älteren Tabellen
Im Umlauf sind noch Tabellen älterer Normausgaben mit höheren Berstwerten (z. B. 850 kPa für 1.20). Seit der Überarbeitung 2014 gelten die oben genannten Werte, die auch in der Ausgabe 2021 unverändert sind. Achten Sie beim Vergleich von Angeboten auf die zugrunde liegende Normausgabe.
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Häufige Fragen
Was bedeutet 1.20B?
Einwellige Wellpappe der Sorte 1.20 nach DIN 55468-1 mit B-Welle. Für die B-Welle gelten um 10 % reduzierte Mindestwerte.
Was ist der Unterschied zwischen 1.xx und 2.xx?
1.xx steht für einwellige, 2.xx für mehrwellige Wellpappe. Mehrwellige Sorten sind bei gleicher Stufe deutlich durchstoß- und stauchfester.
Welche Normausgabe ist aktuell?
DIN 55468-1:2021-01. Die Festigkeitswerte entsprechen denen der Ausgaben 2014/2015.
Gibt es eine DIN-Sorte für 3-wellige Wellpappe?
Nein, eine eigene Reihe gibt es nicht. Dreiwellige Wellpappe wird den mehrwelligen Sorten (2.xx) zugeordnet.
Was ist der ECT-Wert bei Wellpappe?
ECT steht für Edge Crush Test, auf Deutsch Kantenstauchwiderstand. Er wird nach DIN EN ISO 3037 an einer Probe mit senkrecht stehenden Wellen gemessen, in kN/m angegeben und gilt als wichtigste Kenngröße für die Stapelfähigkeit eines Kartons.
Was sagt die Berstfestigkeit aus?
Die Berstfestigkeit beschreibt den Druck in kPa, bei dem Wellpappe unter flächiger Belastung platzt. Zusammen mit dem Durchstoßwiderstand zeigt sie das Verhalten bei Stößen im Transport – über die Stapelfähigkeit sagt sie wenig aus.
Unter welchem Klima wird Wellpappe geprüft?
Im Normklima nach ISO 187: 23 ± 1 °C und 50 ± 2 % relative Luftfeuchte. Nur so sind Werte wie ECT oder Berstfestigkeit vergleichbar, denn die Festigkeit hängt stark vom Feuchtegehalt ab.
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Quellen
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