Kurz erklärt
Für viele schwere Güter ist ein 3-welliger Karton eine leichtere Alternative zur Holzkiste. Wellpappe fällt nicht unter den Exportstandard ISPM 15, lässt sich flach lagern und nach Gebrauch über das Altpapier recyceln. Entscheidend sind die richtige Konstruktion und der Schutz vor Feuchtigkeit – besonders bei Seefracht.
Warum Unternehmen von Holz auf Wellpappe umsteigen
Holzkisten gelten als robust, bringen aber Nachteile mit: Sie sind schwer, brauchen viel Lagerplatz und müssen für den Export behandelt und gekennzeichnet werden. 3-wellige Wellpappe – auch Schwerwellpappe genannt – besteht aus drei Wellenlagen und vier Deckenpapieren und ist für hohe Lasten ausgelegt.
Hersteller von Schwerwellpappe nennen Gewichtseinsparungen von bis zu 80 Prozent gegenüber Holz- und Metallverpackungen. Wie viel es im Einzelfall ist, hängt von Produkt, Format und Konstruktion ab.
ISPM 15: Was beim Export wirklich gilt
Der internationale Standard ISPM 15 regelt Holzpackmittel aus Vollholz, etwa Paletten, Kisten und Stauholz. Holzwerkstoffe wie Sperrholz, OSB oder MDF sind ausgenommen – und Verpackungen aus Papier und Wellpappe fallen gar nicht unter den Standard.
Wichtig: Steht Ihr Karton auf einer Palette aus Vollholz, muss die Palette weiterhin ISPM-15-behandelt und gekennzeichnet sein. Einzelne Importländer können außerdem eigene Vorgaben haben.
Holzkiste und 3-wellige Wellpappe im Vergleich
| Kriterium | Holzkiste (Vollholz) | 3-wellige Wellpappe |
|---|---|---|
| Gewicht | hoch | deutlich leichter – spart Fracht |
| ISPM 15 | Behandlung und Kennzeichnung nötig | nicht erfasst |
| Lagerung leer | sperrig | flach angeliefert, platzsparend |
| Entsorgung beim Empfänger | aufwendig | über das Altpapier |
| Feuchtigkeit | unempfindlicher | Schutz vor Nässe und Kondenswasser nötig |
Seefracht: Feuchtigkeit ist der kritische Faktor
Wellpappe ist hygroskopisch – sie nimmt Feuchtigkeit aus der Luft auf. Der Transport-Informations-Service der Versicherer empfiehlt für Wellpappe einen Wassergehalt von 8–14 % bei 65–70 % relativer Luftfeuchte. Falsche Lagerung kann zu Welligkeit und dauerhaftem Festigkeitsverlust führen.
Besonders riskant sind Routen von kalten in warme Regionen: Hier kann sich im Container Kondenswasser („Ladungsschweiß“) bilden. Standardcontainer sind geeignet, wenn Ware, Verpackung und Stauholz trocken verladen werden.
- Kartons trocken lagern und verladen
- Bei Seefracht auf Container-Klima und Trocknungsmittel achten
- Höhere Sicherheitsreserven bei der Stapelfestigkeit einplanen
Wann sich der Umstieg lohnt
Ob 3-wellige Wellpappe für Ihr Produkt ausreicht, prüfen wir gemeinsam anhand von Gewicht, Transportweg und Stapelbedingungen.
- Schwere, aber kompakte Güter wie Maschinenteile, Kompressoren oder Metallbauteile
- Regelmäßige Exporte, bei denen Gewicht und ISPM-15-Aufwand ins Gewicht fallen
- Empfänger, die die Verpackung einfach entsorgen sollen
- Kleinserien und wechselnde Formate, die nach Maß gefertigt werden
Zeichnung, Skizze oder Foto hochladen
Laden Sie Ihre Unterlagen hoch – wir ermitteln die passende Verpackung und senden Ihnen ein unverbindliches Angebot.
PDF, DXF, DWG, STEP, JPG, PNG u. a. Angebot innerhalb von 24 Stunden (werktags)
Passende Verpackung gesucht?
Häufige Fragen
Braucht Wellpappe eine ISPM-15-Kennzeichnung?
Nein. ISPM 15 gilt nur für Holzpackmittel aus Vollholz. Eine Holzpalette unter dem Karton muss aber behandelt und gekennzeichnet sein.
Kann man Kartons im Seecontainer verschicken?
Ja, wenn Ware, Verpackung und Stauholz trocken sind und das Risiko von Kondenswasser berücksichtigt wird.
Was ist Schwerwellpappe?
Eine andere Bezeichnung für 3-wellige Wellpappe aus drei Wellenlagen und vier Deckenpapieren – ausgelegt für schwere Güter.
Fallen Kisten aus Sperrholz oder OSB unter ISPM 15?
Nein. ISPM 15 gilt nur für Vollholz. Holzwerkstoffe wie Sperrholz, Spanplatten oder OSB sind ausgenommen. Vollholzteile wie Kufen oder Rahmen müssen dagegen behandelt und gekennzeichnet sein.
Was ist Containerregen?
Kühlen die Wände eines Seecontainers unter den Taupunkt ab, bildet sich Kondenswasser und tropft auf die Ladung. Das kann Kartons aufweichen und Schimmel verursachen. Trockenmittel und dichte Verpackungen verringern das Risiko.
Ihre Frage ist nicht dabei?
Wir beraten Sie persönlich – Antwort in der Regel innerhalb von 24 Stunden.
Quellen
Weitere Magazin-Beiträge
- Palettengerechte Kartons: 7 StellschraubenMehr Kartons pro Europalette, weniger Fracht, keine Reklamationen: So planen Sie Verpackungen palettengerecht.
- Wellpappe richtig lagernLuftfeuchte, Lagerdauer und Stapelbild entscheiden über die Stapelfestigkeit. So lagern Sie Kartons richtig.
- Versandkosten & Leerraum senkenVolumengewicht, Gurtmaß und die neue 50-%-Leerraumregel: Warum passgenaue Kartons doppelt sparen.
- Verpackungsentwicklung in 5 SchrittenVon der Bedarfsanalyse über Prototyp und Prüfung bis zur Serie – so entsteht eine Verpackung nach Maß.
- Wellpappe & NachhaltigkeitRecyclingquote, Recyclingzyklen, CO₂ – und was Unternehmen seit dem neuen UWG noch über Nachhaltigkeit sagen dürfen.
- FEFCO-RatgeberAlle wichtigen Bauformen mit Schnittmuster.
