Magazin · Nachhaltigkeit

Well­pappe und Nachhaltigkeit: Fakten statt Mythen

Lechpack GmbH · Veröffentlicht am · 5 Min. Lesezeit

Hände halten eine junge Pflanze mit Erde

Kurz erklärt

Wellpappe ist ein echtes Kreislaufmaterial: Die Recyclingquote liegt laut VDW bei 95,3 %, über 80 % der eingesetzten Papiere sind Recyclingpapiere, und die Fasern überstehen mehr als 20 Recyclingzyklen. Seit dem 27.09.2026 gelten für Umweltaussagen gegenüber Verbrauchern strengere Regeln – konkrete, belegte Zahlen sind besser als pauschale Versprechen.

Die wichtigsten Zahlen

KennzahlWertQuelle
Recyclingquote Wellpappe95,3 % (Bezugsjahr 2021)VDW / GVM
Anteil Recyclingpapier in der Produktion82,2 % (2025)VDW
Recyclingzyklen der Fasernmehr als 20VDW / bifa Umweltinstitut
CO₂-Fußabdruck491 kg CO₂e pro Tonne WellpappenverpackungFEFCO (Datenbank 2021)

Mythos: „Papier kann man nur fünf- bis siebenmal recyceln“

Diese oft zitierte Zahl ist überholt. Eine Studie des bifa Umweltinstituts von 2020 zeigt, dass die Fasern mehr als 20 Recyclingzyklen überstehen.

Mythos: „Karton ist immer umweltfreundlicher als Kunststoff“

So pauschal lässt sich das nicht sagen. Welche Verpackung die bessere Umweltbilanz hat, hängt vom konkreten Einsatz ab und lässt sich nur mit einer Ökobilanz belegen. Unbestritten ist: Wellpappe stammt aus nachwachsenden Rohstoffen, wird überwiegend aus Altpapier hergestellt und hat eine sehr hohe Recyclingquote.

Was Unternehmen jetzt noch sagen dürfen

Mit dem dritten Gesetz zur Änderung des UWG gelten seit dem 27.09.2026 strengere Regeln für Umweltaussagen gegenüber Verbrauchern:

  • Allgemeine Aussagen wie „umweltfreundlich“ oder „grün“ nur mit nachgewiesener, anerkannter hervorragender Umweltleistung
  • „Klimaneutral“ für ein Produkt auf Basis von CO₂-Kompensation ist unzulässig
  • Nachhaltigkeitssiegel nur mit Zertifizierungssystem oder staatlicher Festlegung
  • Besser: konkrete, belegte Aussagen – etwa „Recyclingquote Wellpappe 95,3 %“

Nachhaltig verpacken in der Praxis

Unsere Produktion ist bereits zu 100 % auf erneuerbare Energien umgestellt.

  • Passgenaue Kartons statt Überverpackung
  • Einlagen aus Wellpappe statt Kunststoff – sortenrein recycelbar
  • Die richtige Qualität wählen: so stabil wie nötig, so leicht wie möglich

Häufige Fragen

Wie oft kann Karton recycelt werden?

Nach einer Studie des bifa Umweltinstituts überstehen die Fasern mehr als 20 Recyclingzyklen.

Wie hoch ist die Recyclingquote von Wellpappe?

Laut VDW 95,3 % (Bezugsjahr 2021, GVM-Studie 2023).

Darf man noch mit „klimaneutral“ werben?

Gegenüber Verbrauchern nicht, wenn die Aussage für ein Produkt auf CO₂-Kompensation beruht. Das gilt seit dem 27.09.2026.

Wie viel Altpapier steckt in Wellpappe?

In Deutschland besteht Wellpappe im Schnitt zu über 80 % aus Recyclingpapieren; weniger als 20 % sind Frischfaserpapiere (VDW).

Woher kommen die Frischfasern für Wellpappe?

Laut VDW aus Nebenprodukten der Forstwirtschaft wie Bruch- und Schwachholz sowie aus Hackschnitzeln, die bei der Verarbeitung von Bau- und Möbelholz anfallen.

Welcher Klebstoff wird in Wellpappe verwendet?

Die Lagen werden mit Stärkeleim aus pflanzlicher Stärke verklebt, etwa aus Mais, Weizen oder Kartoffeln.

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Wir beraten Sie persönlich – Antwort in der Regel innerhalb von 24 Stunden.

Quellen

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